Kein Genweizen in Gatersleben!

Freiwillige Feldbefreiung

In Gatersleben befindet sich eine der größten Kulturpflanzen-Datenbanken der Welt. Diese wird vom IPK (Insititut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung) betrieben. Dort werden ca. 147 000 Pflanzen als Samenkörner aufbewahrt. Sie dient der Erhaltung einer Vielfalt von Kulturpflanzen und betreibt regen Austausch mit Züchtern und anderen Kulturpflanzen-Datenbanken weltweit.

Um die Keimfähigkeit zu erhalten, müssen die Pflanzen regelmäßig vermehrt werden. Deshalb sät das IPK die Samen immer wieder neu aus, darunter auch viele traditionelle Weizensorten.

In unmittelbarer Nähe zu den Vermehrungsflächen dieser Kulturpflanzen-Datenbank findet jedoch ein Freilandversuch mit genetisch verändertem Weizen statt. Eine gentechnische Verunreinigung der benachbarten Felder durch Pollenflug oder Verschleppung durch Tiere wäre laut Umweltinstitut München ein unersetzlicher Verlust für zukünftige Züchtungsbemühungen.

Den Anbau von Gentech-Weizen in der Nähe der Kulturpflanzen-Datenbank Gatersleben wollen Gegnerinnen und Gegner der Gentechnik nicht länger hinnehmen: In der Morgendämmerung zerstörten deshalb sechs Menschen das Gentech-Weizenfeld in Gatersleben, um der massiven Bedrohung eines einzigartigen Schatzes an Pflanzensorten ein Ende zu setzen. Mit Hacken brachten sie die Weizenpflanzen auf dem Versuchsfeld zu Fall, bevor die Polizei das Feld erreichte. Zum Ende der Feldbefreiung platzierten die Gentechnikgegner ein Weizenbrot am Rande des Feldes - es trug die gebackene Aufschrift "Unser tägliches Brot - ohne Gentechnik!"


Videoclip - Dauer: 8 min
produziert 2008 von Cine Rebelde

Erhältlich als Teil der  "Gendreck-weg Compilation" auf DVD.

 

von Spiegel-Leser - Donnerstag 16 April, 2009
Und das hier sagt der Spiegel dazu:

"(...)Neu ist die Zusammenarbeit mit den Medien, die von den Aktivisten gut organisiert ist. Mit den Feldbefreiern rennen Kameraleute von "Gendreck weg", sie halten das Befreien des Ackers fest. Den Routinierten unter den Aktivisten gelingt es, in die Kamera zu blicken und Grundsatzreferate zu halten, während sie gebückt von Pflanze zu Pflanze laufen. Zu sehen ist das dann im Internet, zum Beispiel auf cinerebelde.org, einem Knotenpunkt im Netzwerk der Globalisierungsgegner, der Bilder einer "Welt im Widerstand" liefert."

Nachzulesen unter:
http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/72/85/dokument.html?id=64385827
von Nucker - Montag 30 März, 2009
nicht nur die Aktion ist gut, auch der Film!
An alle meine Anerkennung.
von Jan Sparfeld - Freitag 06 März, 2009
Super Aktion!
Ich würde Jederzeit an solch einer Aktion teilnehmen. Es ist unsere Gesundheit und die Zukunft unserer Kinder, die wir schützen müssen vor der Profitgier dieser Konzerne!
Wir sind das Volk und wir sind dagegen!
von Jörg - Mittwoch 01 Oktober, 2008
Daumen drücken für die AktivistInnen und für eine offensive weitere Auseinandersetzung - ausgelöst u.ä. durch die direkte Aktion. Eine ähnliche Feldbefreiungsaktion fand 2006 in Gießen statt auf einem Gengerstenfeld statt. Inzwischen hat die erste Instanz des Strafprozesses darum stattgefunden mit spektakulären Ergebnissen. Um eine Debatte über die riskante Gentechnik im Allgemeinen und den skandalösen Prozess mit allerhand Rechtsfehlern, Pannen und Vertuschungen zu verhindern, hat Richter Oehm alle Fragen zum Thema verboten und schließlich einen Angeklagten sogar vom Prozess ausgeschlossen. Mehr auf www.gendreck-giessen.de.vu.
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