Freiwillige Feldbefreiung
In Gatersleben befindet sich eine der größten Kulturpflanzen-Datenbanken der Welt. Diese wird vom IPK (Insititut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung) betrieben. Dort werden ca. 147 000 Pflanzen als Samenkörner aufbewahrt. Sie dient der Erhaltung einer Vielfalt von Kulturpflanzen und betreibt regen Austausch mit Züchtern und anderen Kulturpflanzen-Datenbanken weltweit.
Um die Keimfähigkeit zu erhalten, müssen die Pflanzen regelmäßig vermehrt werden. Deshalb sät das IPK die Samen immer wieder neu aus, darunter auch viele traditionelle Weizensorten.
In unmittelbarer Nähe zu den Vermehrungsflächen dieser Kulturpflanzen-Datenbank findet jedoch ein Freilandversuch mit genetisch verändertem Weizen statt. Eine gentechnische Verunreinigung der benachbarten Felder durch Pollenflug oder Verschleppung durch Tiere wäre laut Umweltinstitut München ein unersetzlicher Verlust für zukünftige Züchtungsbemühungen.
Den Anbau von Gentech-Weizen in der Nähe der Kulturpflanzen-Datenbank Gatersleben wollen Gegnerinnen und Gegner der Gentechnik nicht länger hinnehmen: In der Morgendämmerung zerstörten deshalb sechs Menschen das Gentech-Weizenfeld in Gatersleben, um der massiven Bedrohung eines einzigartigen Schatzes an Pflanzensorten ein Ende zu setzen. Mit Hacken brachten sie die Weizenpflanzen auf dem Versuchsfeld zu Fall, bevor die Polizei das Feld erreichte. Zum Ende der Feldbefreiung platzierten die Gentechnikgegner ein Weizenbrot am Rande des Feldes - es trug die gebackene Aufschrift "Unser tägliches Brot - ohne Gentechnik!"
Videoclip - Dauer: 8 min
produziert 2008 von Cine Rebelde
Erhältlich als Teil der "Gendreck-weg Compilation" auf DVD.
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