Der zehnte Castor-Transport nach Gorleben

Widerstand gegen Atommülltransporte

Im November 2006 findet der zehnte Castortransport nach Gorleben statt. Nach insgesamt 30 Jahren Widerstand sind die Menschen im Wendland noch längst nicht müde, sich gegen den atomaren Wahn aufzulehnen. In zahlreichen Interviews, Aktionsbildern und Momentaufnahmen hinterlässt der Film einen vielfältigen Eindruck des unbeugsamen Widerstands gegen die Atomanlagen in Gorleben.

In Zeiten, in denen der Atomkonsens sich als Farce erweist, die Atomlobby mit Hinweis auf den Klimawandel für neue Atomkraftwerke wirbt und die Auseinandersetzung rund um Gorleben von Politik und Mainstream-Presse nur noch als polizeiliches Problem wahrgenommen wird, zeichnet dieser Film einen ganz eigenen Blickwinkel des Protests auf.

Der Film handelt von den Menschen, die sich auf Schiene oder Strasse setzen, woher sie den Mut und die Motivation nehmen, aber auch über ihre Ängste und ihre Ohnmacht, immer wieder Widerstand zu leisten angesichts einer Armada von 16.000 Polizisten und der alljährlichen Militarisierung einer ganzen Region.

Widerstand muss jedoch nicht genauso bitterernst sein, wie die Thematik an sich. Frei nach dem Motto “Spass kann auch Widerstand machen” sorgt das erstmalige Auftreten der “Rebel Clown Army” für eine neue spontane Kreativität und Subversivität innerhalb der Auseinandersetzung.

Eine Produktion von Cine Rebelde 2007 - DVD 43 min

Zwei Versionen des Films sind erhältlich:
- Deutsch mit englischen, französischen, spanischen und italienischen Untertiteln
- English Special-Edition mit englisch übersprochenen Texten.

von Ann-Katrin Ziniker - Donnerstag 06 Dezember, 2012
alles Scheiße alles Scheiße alles Scheiße alles Scheiße alles Scheiße
von Cine Rebelde - Freitag 21 November, 2008
Stop Castor auf Freespeech TV

Dieser Dokumentarfilm läuft ab dem 23. November 2008 auf FreespeechTV, einem Satelliten-TV in den USA. Das Programm von Freespeech TV gibt es hier (der englische Titel des Films lautet Stop Castor):
http://www.freespeech.org/schedule/index.php?date=20081123
von  - Sonntag 27 April, 2008
EJZ - Elbe Jeetzel Zeitung vom 2. Juli 2007

Mittendrin, nicht nur dabei
DVD „Der zehnte Castor-Transport nach Gorleben\" erschienen

rg Gorleben. „Es ist einem schon ganz anders zumute. Man kann nichts machen. Es ist zum Heulen.\" Die ältere Frau, die das sagt, steht in einem Polizeikessel an der Castortransportstrecke bei Breese in der Marsch, und gerade rollen die zwölf Tieflader mit den Castor-Behältern an der eingeschlossenen Menschen­menge vorbei Richtung Gorleben. Eine Szene aus dem Film „Der zehnte Castor-Transport nach Gorleben\", der seit einiger Zeit als DVD erhältlich ist. Eine von vielen bewegenden Szenen.

Der Film, 43 Minuten lang, erzählt die Geschichte des zehnten Transportes von Castor-Behaltern nach Gorleben. Angefangen mit der Schülerdemo in Lüchow über die Auftaktdemonstration in Gorleben bis hin zu den Schienen- und Straßenblockaden. Angereichert und immer wieder unterbrochen durch Interviews mit Betroffenen, Anwohnern der Transportstrecke, Demonstranten, Anwälten. Menschen aus dem Wendland. Das und allgemeine Erklärungen zu den Transporten und dem Widerstand dagegen unterscheiden den Film deutlich von den bisherigen Werken. Denn dieser Film erzählt nicht nur, lässt nicht nur Revue passieren, sondern erläutert - auch für Menschen, die nicht dabei waren - was in jenen Tagen im November 2006 in Lüchow­Dannenberg passierte. Dokumentarisch, wenn auch ohne Anspruch auf Objektivität.

„Der zehnte Castor-Transport nach Gorleben\" lebt auch von den bewegenden Bildern. Ungewöhnliche Perspektiven und Motive, aufgenommen immer dort, wo was passierte. Mittendrin statt nur dabei. Altgemeinverständlich, erklärend. Dazu unterlegt mit Musik, die zwar - wie bei Musik ja immer - mit Sicherheit Geschmacksache ist, aber trotzdem irgendwie wirklich gut zu dem passt, was an Bildern über den Schirm läuft.

Neben der Dokumentation bietet die DVD dem Betrachter auch noch diverse Extras. So ist ein zweiter, kürzerer Film zu sehen: „Castor, Clowns und Chaoten\", der ohne Kommentar auskommend die Geschehnisse um den Castor-Transport 2006 zeigt. Zudem sind Untertitel in einer Vielzahl von Sprachen abrufbar sowie Kurzsequenzen weitere Dokus zum Thema Atomenergie.

Warum sich Menschen Jahr für Jahr auf die Straße setzen, woher sie ihre Kraft nehmen, woher den Mut, der Polizei zu trotzen, welche Ängste sie haben - dass alles will der Film „Der zehnte Castor-Transport nach Gorleben\" zeigen. Und genau das tut er auch.
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Weitere Filme zum Thema: Anti-Atomkraft

Castor-Südblockade

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Auch dieses Jahr gelang es über 100 Menschen, den Castor bereits im Süden aufzuhalten. Zuvor setzten französische und deutsche Behörden auf Zermürbung des Protestes durch Desinformation. So wurden die Abfahrtszeiten des Castors mehrfach verschoben. Der Protest sammelte sich zunächst auf dem Domplatz in Speyer, um sich anschliessend nach einem Ortswechsel 20 km weiter in Haßloch den Schienen nähern zu können. Immer wieder gelang es Kleingruppen, sich auf die Schienen zu setzen. Es dauerte bis spät in die Nacht, bis die Polizei die Umgebung soweit gesichert hatte, und der Castor-Zug weiterfahren konnte.

kalte Blockadenacht auf den Castorgleisen

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Widersetzen bei Harlingen

Harlingen im Wendland. Die Auseinandersetzung um den Atomausstieg und die Laufzeitverlängerungen werden hier auf den Gleisen ausgetragen. Immer mehr Atom-Kraft-GegnerInnen erreichen die Castor-Transportstrecke. Nach und nach sitzen mehrere Tausend Menschen geschlossen auf den Schienen und blockieren die Bahnstrecke zum Verladebahnhof in Dannenberg. Mit Decken, warmer Suppe und Musik bereiten sie sich auf eine lange Nacht vor.

Erfolgreiche Castor-Südblockade in Berg/Pfalz

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Atommülltransport muss ausweichen

In Berg in Rheinland-Pfalz sollte am Samstag den 6. November 2010 der 12. Atommüll-Transport die deutsch-französische Grenze passieren. Mehr als 2.000 AtomkraftgegnerInnen haben sich zu einer Kundgebung versammelt. Viele davon waren entschlossen, sich dem Castor in den Weg zu stellen, um damit ein deutliches Zeichen für den sofortigen Atomausstieg zu setzen.

Prozessauftakt Castor-Gleisblockade

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Im Herbst 2008 gelingt es einer kleinen Gruppe AtomkraftgegnerInnen den Atommülltransport von La Hague nach Gorleben mit einer spektakulären Ankettaktion für rund 13 Stunden aufzuhalten. Zwei Jahre später stehen 6 Personen vor Gericht. Ihnen wird Nötigung vorgeworfen.

Gleisblockade in Berg bei Lauterburg

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Castor 2008

In Berg nahe der französichen Grenze gelingt es zwei Männern und einer Frau, sich an einem massiven Betonklotz anzuketten, welcher unter den Bahnschwellen im Gleisbett versteckt ist. Die Polizei benötigt insgesamt elfeinhalb Stunden, bis die letzte Aktivistin aus dem Block entfernt wurde.

Klima der Hoffnung

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Klimawandel, Atomkraft und die Energiewende

Angesichts der drohenden Klimakatastrophe wirbt die Atomindustrie immer wieder für eine Renaissance der Atomkraft. Scott Ludlam und die Anti-Nuclear Alliance of Western Australia haben einen 30-minütigen animierten Dokumentarfilm produziert, der kurz und prägnant die wichtigsten wissenschaftlichen Hintergründe des Klimawandels und der Atomkraft vermittelt und anschaulich erklärt, weshalb Atomenergie mit seiner katastrophenreichen Geschichte niemals eine Lösung für die globale Erwärmung der Erde sein kann.

Kletteraktion ENBW in Karlsruhe

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Bannerdrop gegen Stromkonzerne

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Tour de Fessenheim

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Fahrraddemo zum AKW Fessenheim

Etwa 100-150 Menschen demonstrierten am 23. April 2005 anlässlich des 19. Tchernobyl-Jahrestag für die sofortige Schliessung des Atomkraftwerks Fessenheim. Eine 9-minütige Videodokumentation über die mittlerweile fünfte jährlich stattfindende Tour de Fessenheim.