von Regula - Mittwoch 30 April, 2008
Mit Bestürzung habe ich über die jüngsten Entwicklungen in Chiapas gehört. Ich reiste anfangs 2006 durch Chiapas - eine Reise, welche mich sehr beeindruckte. Chiapas gefiel mir landschaftlich und kulturell sehr gut und ich möchte gerne wieder hin.
Bereits bei der Landung in Tuxtla G. (Hauptstadt von Chiapas) fiel mir die sehr hohe Militärpräsenz auf. Dass die mexikanische Regierung, bzw. die mexikanische Armee nun (wie in vielen anderen lateinamerikanischen Ländern) Paramilitärs ausbildet entsetzt mich und hätte ich nicht erwartet.
Die teilweise extreme Armut in Chiapas (und auch in Oaxaca) machte mir sehr zu schaffen.
Ich denke jedoch, dass eine Boykottierung des Tourismus das Problem nicht löst - im Gegenteil. Ich denke, dass gerade die Touristen (bei den "Chiapas-Individualtouristen" handelt sich nach meiner Erfahrung eher um "bewusste" Touristen) die Probleme in Chiapas in der übrigen Welt öffentlich machen können/könnten. Es gebe ja die Möglichkeit die (Individual-)Touristen mittels Flugblätter, Vorträgen, Ausflügen, etc. auf die Schwierigkeiten der Indigenas, welche mir erst während dem Reisen richtig bewusst wurden, aufmerksam zu machen. Auch könnten touristische Infrastrukturen errichtet werden, von welchen die Indigenas profitieren könnten (z.B in Form von Kooperativen, etc.) und wo den Touristen von der Kultur der Ind. aber auch ihrer politischen Situation etwa mitgegeben werden könnte.
Weiter gilt es auch zu berücksichtigen, dass beim Ausfall der Touristen insbesondere in San Cristobal viele Einheimische ihre Existenz verlieren würden.