i der Film

Argentinien, Indymedia und die Fragen der Kommunikation

Am 19. Dezember 2001 beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte Argentiniens. Nach Jahren von Wirtschaftskrise, Sparprogrammen und Verarmung sagen Hunderttausende im ehemaligen Musterland des Neoliberalismus: Basta! Que se vayan todos! Es kommt zu massiven Aufständen. Die Regierung wird gestürzt. In unzähligen Versammlungen, Aktionen und sozialen Gruppierungen diskutieren die Leute, wie sie ihre Geschichte selbst in die Hand nehmen.

Einer dieser politischen Akteure ist das Indymedia Kollektiv. Mitten im Sturm des politischen Umbruchs und aus dem Bedürfnis heraus, die Geschehnisse selber von der Basis aus zu dokumentieren und eine Alternative zu den kommerziellen Massenmedien aufzubauen, finden sich mehrere MedienmacherInnen im Indymedia Kollektiv zusammen.

Die ersten Fotoapparate werden bei Plünderungen angeeignet und die ersten Räumlichkeiten in einer besetzten Bank eingerichtet.

Indymedia existiert nicht nur in Argentinien, sondern an vielen anderen Orten der Welt in denen gegen Neoliberalismus gekämpft wird. Es ist ein globales Netzwerk, dass Ende der 90er Jahre entstanden ist und heute über 100 Kollektive und Portale weltweit betreibt. Durch die globale Vernetzung gehen die Berichte über die Piqueteros, die Asambleas und die besetzten Fabriken in Argentinien rund um die Welt. Die Stimme derjenigen, die sonst nie zu Wort kommen inspiriert jetzt Menschen weltweit.

Mit ihren alltäglichen Erfahrungen, stellen die Indymedia AktivistInnen die Frage nach der Kommunikation im Kampf um eine Gesellschaft ohne Unterdrückung. Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Gegenwart. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Bewegungen müssen Spuren und Dokumente ihrer Leidenschaft hinterlassen, damit ihre Visionen als Erinnerungen für kommende Generationen lebendig bleiben.

Zur Illustrierung dieser Gedanken macht der Film mehrere Sprünge zu Widerstandsmomenten auf dem G8- Gegengipfel in Genua, den Protesten gegen die Republican Convention in New York oder einer Landbesetzung in Brasilien. I the film ist genau so unübersichtlich wie etwa die Indymedia Webseiten auf den ersten Blick und doch ist es ein Film der mit seiner dezentralisierten Erzählung, seinen vielfältigen Stimmen und wechselnden Blickwinkeln fasziniert.

84 min, Spanisch / Englisch vertont mit deutschen Untertiteln

special features:
The Eye of the Storm (14 Minuten)
Das erste indymedia Zentrum
Radikale Medienarbeit in Argentinien der 70er
Mehrere Interviews mit indymedia AktivistInnen
Untertitel auf: Deutsch, Englisch, Spanisch, Niederländisch, Portugiesisch, Koreanisch, Bahasa, Suomi, Italienisch
fast 2 Stunden extra material

"Schön, intellektuell, aufständisch. Passt in keine Schublade", Naomi Klein

Webseite i the film

Weitere Filme zum Thema: Lateinamerika

Die Kraft der Schmetterlinge

Die Kraft der Schmetterlinge

Im Rahmen der Chaostheorie spricht man vom „Schmetterlingseffekt“, was bedeutet, dass kleinste Abweichungen langfristig ein ganzes System vollständig und unvorhersagbar verändern können... Politiker_innen verschiedener Länder betonen immer wieder, dass es derzeit keine Alternativen zum neoliberalen Wirtschafts- und Lebenskonzept gibt. “Die Kraft der Schmetterlinge” ist 2011 auf einer Reise von Mexiko nach Panama entstanden und handelt von Menschen in Mittelamerika, die statt auf Lösungen seitens ihrer Regierungen zu hoffen – sich zusammentun, sich organisieren und so eigene Lösungen und Alternativen schaffen.

¡Viva México!

¡Viva México!

eine zapatistische Rundreise durch Mexico mit Subcomandante Marcos

Auf einer Reise von den Bergen des mexikanischen Südostens bis zur Nordgrenze mit den USA zeichnen Subcomandante Marcos und die Bevölkerung von Mexiko das vergessene Gesicht eines Landes - die Zelebration eines Kampfes für Land und Würde.

Als wäre nichts passiert in Oaxaca?

Als wäre nichts passiert in Oaxaca?

¿En Oaxaca no pasa nada?

2006, Oaxaca, Mexiko. Ein Lehrerstreik wird gewaltsam durch die lokale Regierung unterdrückt. Daraufhin entschliesst sich die Bevölkerung, die Regierung zu stürzen und sich selbst zu verwalten. 6 Monate später schickt der Präsident Fox Spezialeinheiten der Polizei, um die öffentliche Ordnung wiederherzustellen. Damals berichteten wenige Medien über diese Ereignisse. Nach zwei Jahren hoffen noch viele Menschen auf eine tiefe Veränderung der Gesellschaft und träumen von einer Revolution. Dieser Film versucht zu verstehen, was eine Dame oder einen Greisen dazu ermutigt, sein Haus zu verlassen, um Barrikaden zu errichten.

Mexico Magico

Mexico Magico

ein Dokumentarfilm über soziale Widerstände in Mexiko

"Die Chance, die sich jetzt in Mexiko eröffnet, besteht darin, dass die Leute zum ersten Mal ernsthaft eine Idee entwerfen, um die Probleme mit ihren eigenen Mitteln und gegenseitiger Solidarität zu lösen. Zum ersten Mal, seit dem Mexiko ein unabhängiges Land ist, haben die Leute aufgehört, nach oben zu schauen und darauf zu warten, dass ein gnädiger Herr, ein Held kommt und alles löst und sie arbeiten bereits daran. Und da Ergebnisse von Seiten der professionellen Politiker fehlen, egal welche Farbe sie tragen und das Elend bereits so groß ist, fangen die Leute an, sich selber ihre Initiativen aufzubauen." Yeyo, Koordinator der "Universidad de la Tierra", Oaxaca 2007

Ein kleines bisschen (von so viel) Wahrheit

Ein kleines bisschen (von so viel) Wahrheit

Der lange Sommer der Rebellion in Oaxaca/Mexiko.

Was mit einem Streik der LehrerInnen für bessere Löhne und soziale Bedingungen begann, führte im Sommer 2006 zu einer beispiellosen Rebellion und breiten Solidarisierung der Bevölkerung im südmexikanischen Staat Oaxaca. Über Monate hinweg werden Strassen blockiert, Regierungsgebäude besetzt, die Stadt in Selbstverwaltung regiert und die Absetzung des verhassten Gouverneurs Ulises Ruiz Ortiz gefordert.

Der neue Angriff

Der neue Angriff

Aktuelle Situation in Chiapas / Mexico

Interview mit Ernesto Ledesma (CAPISE) über die neue repressive Offensive des mexikanischen Staates gegen die zapatistischen indigenen Gemeinschaften in Chiapas / Mexiko.

unser Erdöl und andere Märchen

unser Erdöl und andere Märchen

Venezuela 2006

"Das Erdöl gehört uns allen", heißt es im revolutionären Venezuela. Auf einer zweimonatigen Reise quer durch das Land, vom Maracaibo See bis zum Orinoco Delta, wird erstmals die Problematik der Erdölförderung und des Kohleabbaus umfassend dokumentiert. Arbeiter der Erdölindustrie, indigene Gemeinschaften und BewohnerInnen, die unmittelbar auf den Fördergebieten leben, erzählen von ihren Erfahrungen.

Tierra de mujeres - Land der Frauen

Tierra de mujeres - Land der Frauen

Indigene Frauen im Kampf für ein würdiges Leben in Chiapas, Mexiko

Indigena in Chiapas, Mexiko zu sein heißt in der Regel arm zu sein und wegen seiner Kleidung, Sprache, Musik, Tradition und Kultur diskriminiert zu werden. Indigene Frauen haben es noch schwerer, denn sie haben auch innerhalb der eigenen Gesellschaft häufig keine Rechte.

Die Belagerung durchbrechen

Die Belagerung durchbrechen

Ein Film über die Ereignisse in Atenco / Mexiko 2006

San Salvador Atenco im Mai 2006, eine Stadt in der Nähe von Mexiko City. Zwei Monate vor den Präsidentschaftswahlen spitzt sich der Konflikt um Land und Rechte zwischen der zivilen Bevölkerung und der mexikanischen Regierung. Über mehrere Tage herrscht ein Ausnahmezustand: Märkte werden von der Polizei gestürmt, Zufahrtsstraßen von den Bevölkerung blockiert, es kommt immer wieder zu heftigen Zusammenstößen zwischen der empörten Bevölkerung und den Regierungstruppen, bei denen auch ein 14 jähriger Junge von einer Tränengasgranate getötet wird.

Las grandes alamedas

Las grandes alamedas

die großen Alleen

Chile gilt oft als wirtschaftliches und soziales Vorzeigemodell Lateinamerikas. Der Film erzählt dagegen eine andere Geschichte: Sie führt von der Diktatur Pinochets direkt zum heutigen entfesselten Neoliberalismus. Mit dem Putsch 1973 begann ein tiefgreifender Umbau der ökonomischen und gesellschaftlichen Struktur. Die für viele Menschen unvorstellbaren Privatisierungsmaßnahmen und die vollkommene Liberalisierung des Marktes haben in Chile nicht nur zu hohen Wachstumsraten geführt, wie gerne von der ausländischen Presse und von „WirtschaftsexpertInnen“ hervorgehoben wird, sondern initiierten gleichermaßen einen praktischen Ausverkauf des Landes an multinationale Konzerne.