Der 36. Breitengrad

Dokumentation und Fiktion über die Südgrenze Europas

Die Festung Europa an ihrer Südgrenze. Täglich kommen die Boote der Guardia Civil in den Hafen von Tarifa und bringen aufgegriffene Flüchtlinge, die auf der Suche nach einem besseren Leben versuchen nach Europa zu gelangen. Täglich enden diese verzweifelt-hoffnungsvollen Reisen mit Festnahmen und anschließender Abschiebung zurück nach Tanger - auf einen nächsten Versuch, der vielleicht irgendwann gelingt

Der 36. Breitengrad ist eine imaginäre Linie auf der Landkarte und gleichzeitig ein realer Ort, die Straße von Gibraltar, wo Flüchtlinge versuchen, über das Meer nach Europa zu gelangen.

Der Film zeigt, immer wiederkehrend, die Ankunft der Boote im spanischen Tarifa, das Aufsammeln der Flüchtlinge durch die Guardia Civil, ihren Abtransport in Bussen in Auffanglager.

Gleichzeitig hat Latitude 36 weitere, künstlerische und dokumentarische Ebenen: Optisch verfremdet sieht man eine absurde Welt, in der das Elend der Gestrandeten, ihre Hoffnungen und ihre Verzweiflung den alltäglichen Urlaubsritualen der Strandbesucher gegenübergestellt werden. Ein marokkanisches Kind erzählt von seinen Fluchtversuchen und der Inobhutnahme bei einer spanischen Familie; seine Zeichnungen des Busses, der ihn zunächst aufnahm, werden animiert als absurd-komische Fahrt durch das spanische Hinterland. Junge Araber erzählen, auf der anderen Seite der Meerenge, von ihren gescheiterten Versuchen, nach Europa zu kommen, dazwischen führen die liegengebliebenen Schuhe der in Spanien Angekommenen einen absurden Tanz auf und werden in Bezug gesetzt zu den noblen Geschäften für die Touristen.

Die künstlerische Umsetzung des Themas lässt viel Zeit zum Nachdenken über eine Welt, die parallel zur Segeljacht-Urlaubswelt der Europäer, Tod durch Ertrinken oder zumindest eine ungewisse, oft deprimierende Zukunft für die andeutet, welche es geschafft haben, mit dem Boot nach Europa zu kommen.

Spanien 2004, DVD 65 Min.,
Original Spanisch mit Deutschen, Französischen oder Englischen Untertitel
Regie/Kamera: José Luis Tirado

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